Christian Hagmaier
Christian Hagmaier

Nach ihrer erfolgreichen Einführung in Europa und Asien wird die modulare Förderer-Plattform von Interroll auch in den USA produziert.

Durch den Sprung über den großen Teich kommen Systemintegratoren und ihre Kunden, die einen besonders effizienten Materialfluss realisieren möchten, seit 1,5 Jahren in den Genuss einer ebenso leistungsstarken wie zukunftssicheren Lösung. Die modulare Förderer-Plattform besticht durch einzigartige Flexibilität, geringe Betriebskosten, offene Datenschnittstellen sowie größte Installations- und Wartungsfreundlichkeit.

Wer heute leistungsstarke Materialflusslösungen realisieren will, muss im dynamischen Markt der Intralogistik mit ständig wechselnden Aufgabenstellungen rechnen, die eine solche Anlage im Laufe ihres langjährigen Einsatzes erfüllen muss. Schließlich müssen Anwender in die Lage versetzt werden, flexibel auf kurzfristige Änderungen bei den Auftragsstrukturen und dem Warensortiment reagieren zu können. Längst ist die starre Massenabfertigung identischer Güter zur Ausnahme geworden, immer häufiger sind knappere Bestellzyklen sowie schnelle Wechsel von Verpackungsgrößen und -gewichten zu bewältigen. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass sich die Lösung auch morgen noch – ein Stichwort lautet «Industrie 4.0» – problemlos in sich verändernde IT-Umgebungen einbinden lässt.

Vielfältige Einsetzbarkeit weckt hohes Interesse aus dem Markt

Als globaler Produktmanager für die Modulare Förderer-Plattform der Interroll Automation GmbH in Sinsheim, Deutschland weiß ich wie wichtig es Anlagenbauern ist, Lösungen sowohl individuell als auch schnell an ihren Endkunden zu bringen:

Um diese Anforderungen an eine maximale Flexibilität zu erfüllen, haben wir eine komplett neue Förderer-Plattform entwickelt, die wir seit dem zweiten Halbjahr 2014 an unsere Kunden ausliefern. Erstmals in der Branche wurde diese Plattform, die unsere bewährten Plug-and-Play-Module und Standardkomponenten integriert, konsequent modular ausgelegt.

Das Interesse an dieser Lösung ist hoch: Bisher hat Interroll bereits rund 2500 Aufträge von Systemintegratoren und Anlagenbauern erhalten.

Die Größe reicht dabei von kleinen Förderanlagen bis hin zu Großanwendungen, bei denen Förderstrecken von bis zu vier Kilometern realisiert wurden. Kein Wunder also, dass angesichts der hohen Nachfrage und der Komplexität der Projekte das interne Zusammenspiel zwischen Zulieferlogistik, Produktionsabläufen und Montage in höchstem Masse gefordert war – zumal es sich um die Einführung eines völlig neuen Produktes handelte.

Um diese Herausforderungen zu meistern, waren Teamarbeit, Lernfähigkeit, Reaktionsfähigkeit und enge Kooperation mit den Kunden gefragt. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten auch die unvermeidlichen Anlaufkomplikationen so schnell wie möglich korrigiert werden. Zudem wurde die interne Organisationsstruktur vereinheitlicht und an die veränderten Marktbedürfnisse angepasst.

Mittlerweile ist die Plattform praktisch in allen Branchen im Einsatz, die Interroll in den Blick nimmt – von Produktionsbetrieben über den E-Commerce und den klassischen Versandhandel bis hin zur Distribution. Einer der vielleicht bekanntesten Anwender mit einer ziemlich ausgefallenen Anwendung ist übrigens der Schweizer Luxusuhrenhersteller Rolex – in einer Verpackungsanlage in Mailand.

Baukastenlösung für einfache Projektierung und Installation

Die Gründe für dieses breite Interesse sind vielfältig. Hierzu gehört sicher nicht nur die universelle Auslegung der Lösung, die sich für Fördergüter bis zu einem Gewicht von 50 Kilo und einer Verpackungsgröße ab 200×150 mm eignet. Dabei lassen sich Anlagen auf Wunsch sogar problemlos für den Transport von Polybags konzipieren. Wahlweise sorgen Kleinschutzspannung- oder 400V-Antriebe für höchste Energieeffizienz beziehungsweise Förderleistung. Elektromechanische Ausschleuser ermöglichen zudem hohe Sortierleistungen. Um den hohen Energieeffizienzanforderungen gerecht zu werden und eine geräuscharme Arbeitsumgebung zu gewährleisten, hat Interroll bei der neuen Förderer-Plattform generell auf pneumatische Aktuatoren verzichtet.

Doch damit nicht genug: Ebenso wichtig wie das realisierbare Anwendungsspektrum ist die Modularität der Plattform, die sich als Baukastenlösung – analog zum Legostein-Prinzip – flexibel aus Standardkomponenten zusammenstellen und erweitern lässt. Das erleichtert nicht nur Installation und Wartung, sondern sorgt für geringe Lieferzeiten und verschafft Systemintegratoren bereits in der Planungsphase entscheidende Vorteile. Dank einer benutzerfreundlichen Planungs-Software, die Interroll kostenlos bereitstellt, kann der Kunde einfach und schnell fördertechnische Lösungen selber projektieren. Als Ergebnis steht dem Kunden sofort eine umfangreich parametrisierte Fördererliste zur Verfügung, die seinen Engineering-Prozess mit allen notwendigen Daten versorgt. Hagmaier:

Und für anspruchsvolle Anwendungen haben wir die Anbindung unserer Plattform an übergeordnete IT-Systeme durch vorverkabelte Feldbus-Technologien, etwa EtherCat, Profinet oder EtherNet/IP, vorbereitet.

Die modulare Förderer-Plattform: Nach Europa und Asien auch in Amerika eingeführt

Durch die konsequente Anwendung des konzernweiten Interroll-Produktionssystems (IPS), das sich an der japanischen Kaizen-Philosophie orientiert und das dafür sorgt, dass die Lösungen des Unternehmens weltweit in identischer Qualität hergestellt werden, wird die modulare Förderer-Plattform auch in den USA – und zwar im regionalen Kompetenzzentrum in Wilmington, North Carolina – produziert.

Nach Sinsheim in Deutschland und Suzhou in China ist Wilmington weltweit der dritte Produktionsstandort für die Förderer-Plattform. Nach intensiver Vorbereitung und einem umfassenden Know-how-Transfer, für den die Experten des globalen Kompetenzzentrums in Sinsheim sorgten, steht der Produktion nichts mehr im Wege. Ein Ereignis, das einen wichtigen Meilenstein für die Internationalisierungsstrategie von Interroll bedeutet. Denn nicht nur lokale Systemintegratoren und Anlagenbauer, sondern auch international tätige Systemintegratoren können ihre Kunden jetzt in allen wichtigen Weltregionen zuverlässig mit einer einheitlichen Qualitätslösung bedienen.

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