Unweit des Konzernstandorts in Mettlach befindet sich in Merzig ein sehr grosses Hochregallager, von dem aus zentral in alle Welt verschickt wird.

Retrofit for Performance

Seit knapp sieben Jahren arbeitet V&B mit zwei unterschiedlichen Kommisionierungssystemen. Zum einen bestätigt sich in einem solchen Zeitraum tagtäglich die Konzeption und Planung einer Anlage, zum anderen erlaubt das Nebeneinander den direkten Vergleich. Denn während in der klassischen Form der Kommisionierer die Ware aus den Regalen sammelt, erledigt daneben die neue Anlage mit Interroll-Komponenten diese Aufgabe schon selbstständig: Automatisch werden turmhohe Zwischenlager mit den Aufträgen gefüllt, die dann vom Kommisionierer abgearbeitet werden. Das bedeutet geringeren Zeitaufwand beim Zusammentragen, kürzere Bearbeitungszeiten und – erfreulicher Nebeneffekt – weniger Platz- und Energiebedarf. Vor allem der Zeitfaktor war schon seinerzeit ein schwerwiegendes Argument für die Entscheidung, wie Michael Dietzen, bei V&B zuständig für die Technik im Distributionslager Tischkultur, erläutert:

Grundvoraussetzung war, dass die Ware schnell zum Kunden kommt. In der bereits bestehenden Anlage lief konzeptbedingt alles eher relativ schleppend, mit der Neuanlage steigerte sich die Geschwindigkeit inzwischen doch circa um den Faktor 10.

Die Ware kommt schneller zum Kunden und zugleich konnte der ganze Bewegungsablauf verbessert werden.

Hinter der grossflächigen Glasfassade befindet sich das zentrale Distributionslager von Villeroy & Boch, von dem aus die Produkte des umfangreichen Sortiments verschickt werden. Die Interroll RollerDrive bieten aber weitere Vorzüge, die im direkten Vergleich mit der schon länger bestehenden Anlage deutlich werden. Deren Förderer arbeiten zwar staudrucklos und noch mit einem zentralen Antriebsmotor, der einen durchgehenden Flachriemen antreibt. Die einzelnen Sektionen/Stauplätze werden dabei pneumatisch angesteuert, d. h., der Riemen wird von den Rollen weggeschwenkt und die Rollen werden dadurch antriebslos. Ein System, das schon seit rund 30 Jahren bekannt ist und funktioniert, aber doch gravierende Nachteile hat: Die benötigte Pneumatik ist teuer und laut, und der Getriebemotor läuft dauerhaft, auch das ist laut und teuer. Dagegen laufen die Rollen auf der Interroll-Anlage bekanntlich nur, wenn sie sich drehen müssen, was wesentlich leiser und vor allem effizienter ist. Zugleich erlauben die DC RollerDrive bei Änderungen oder einem etwaigen Ausfall der Anlage den kurzfristigen Austausch. Sind in der herkömmlichen Ausführung noch zwei, drei Leute zum Austausch der 400V-Antriebe nötig, der rund zwei Stunden Pause beansprucht, sieht die Bilanz hier weit besser aus.

Bei Interroll ist es nun eine Einheit, Stecker raus, rein – eine halbe Stunde Ausfallzeit. Allerdings seien diese Ausfälle in den vergangenen Jahren bisher nur einmal aufgetreten. Auch das zahlt sich aus.

RollerDrive

Bei Villeroy & Boch wurden die neuen Segmente mit RollerDrive für staudrucklose Förderung teilweise zwischen bestehende, ältere Systeme eingebaut.

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