Stowga, ein Start-up aus London, hat einen digitalen Marktplatz für ungenutzte Lagerkapazitäten ins Leben gerufen. Das Konzept der pfiffigen Briten beeindruckt durch Wirtschaftlichkeit, Nutzungskomfort und eine nachhaltige Flexibilisierung der Logistikkette.

Unternehmen, die in Grossbritannien nach einer Vor-Ort-Unterkunft für ihre Produkte suchen, müssen nicht mehr zwangsläufig an einen kostenträchtigen Aufbau eigener Warenlager oder an den Abschluss langfristiger Mietverträge für entsprechende Immobilien denken. Seit Mitte 2016 gibt es im Vereinigten Königreich eine ebenso intelligente wie flexible Alternative, die an das erfolgreiche Vorbild von Airbnb bei Privatwohnungen erinnert. Per Internet können Interessenten ganz einfach auf freie Lagerkapazitäten von landesweit rund 4'000 Warenlagern zugreifen und auf Mausklick das passende Angebot auswählen.

Transparenter digitaler Marktplatz für Warenlager

„Mit unserer Plattform, die sich über einen Dienstleistungsbeitrag finanziert, bringen wir Anbieter und Nachfrager von Lagerflächen auf sehr komfortable Art und Weise zusammen. Unser digitaler Marktplatz generiert nicht nur zusätzliche Einnahmen für die Betreiber von Warenlagern, ohne dass sie in Vertrieb oder Marketing investieren müssen. Interessenten an freiem Lagerraum bietet er vor allem ein einfaches Auffinden der passenden Standorte, eine transparente und faire Preisauswahl sowie eine schnelle Abwicklung des gesamten Einkaufsprozesses“, erklärt Charlie Pool, Chef des Londoner Start-up-Unternehmens Stowga, an dem sich bereits namhafte Investoren wie Hambro Perks und Seedcamp beteiligt haben.

Den Warenfluss flexibilisieren

Pool schätzt, dass zwischen 10 und 20 Prozent der Lagerkapazitäten auf der Insel nicht genutzt werden. Doch Stowgas ausgefeilte High-Tech-Datenbanken, die Angebot und Nachfrage nahtlos zusammenbringen sollen, dienen nicht nur dazu, freie Lagerflächen wirtschaftlich zu verwerten und saisonale Nachfragespitzen abzufedern. Mit den Informationen, die Stowga für seine Kunden bereithält, vereinfacht sich auch der Aufbau von dezentralisierten und flexiblen Distributionskonzepten, die die Waren bedarfsgerecht in kleineren Standorten in Kundennähe vorhalten, wie sie Stowga etwa für den Getränkehersteller Vimto realisiert hat.

Zudem bietet eine dezentrale Flexibilisierung des Distributionssystems nicht nur wirtschaftliche Vorteile. Weil die Waren nicht mehr kreuz-und quer durchs Land geschickt werden müssen, sinkt auch die Verkehrs- und Umweltbelastung. So arbeitet das Unternehmen etwa mit lokalen Behörden und Bosch daran, wie die urbane Warenversorgung künftig nachhaltiger gestaltet werden kann. Angesichts der Möglichkeiten, die die neue digitale Plattform bietet, ist es denn auch kein Wunder, dass die Experten von Stowga längst darüber nachdenken, ihr Angebot auch auf weitere Märkte auszuweiten. Schliesslich gehe es letztlich darum, so Pool, „dass Unternehmen ihre Waren überall auf der Welt, immer zur richtigen Zeit, am richtigen Platz und zum richtigen Preis bereitstellen können.“

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