Megatrends haben Einfluss auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Wie beeinflussen sie die Logistik? Ein Überblick über fünf große Trends:

1. Demografische Entwicklung der Volkswirtschaften

Die immer stärkere Konzentration auf große Städte und Agglomerationen stellt auch in Zukunft hohe Anforderungen an die Logistik. Man denke etwa an die Warenverteilung in diesen Regionen auf der letzten Meile. Die Veränderungen in der Alterspyramide führen zudem zu neuen Bedürfnissen seitens der Bevölkerung, wollen doch ältere Menschen verstärkt zu Hause beliefert werden.

2. Globalisierung und Arbeitsteilung

Immer mehr Länder, die früher Empfänger von Gütern und Dienstleistungen waren, wollen selbst aktiv an der Wertschöpfung teilnehmen. Die Folge davon: Immer mehr Produkte werden heute lokal gefertigt, was zu einer stärkeren Arbeitsteilung und damit zu zusätzlichen Güterströmen führt.

3. Technologie und Internet

Der Onlinehandel hat praktisch zu einer Verdoppelung der Warenströme geführt, nicht zuletzt deshalb, weil etwa 60 Prozent der Güter auch wieder zurückgeschickt werden. Die immer schnelleren Datenverbindungen schaffen die Möglichkeit, an diesem Trend zu partizipieren. Damit werden Themen wie die Lagerhaltung, die Kommissionierung und die Transportplanung nochmals an Bedeutung zunehmen. Die Effizienz des Internets hat die Vorgänge in der Logistik deutlich beschleunigt und effizienter gestaltet.

4. Individuelle Produkte für spezielle Märkte

Eigentliche Weltprodukte gibt es heute kaum mehr, individualisierte Produkte für bestimmte Märkte sind in Zukunft gefragt. Diese Individualisierungen führen zur Vielfalt und erhöhen die Komplexität der Logistik. Der Trend zur Lieferfähigkeit von Onlineshops innert 24 Stunden beschleunigt die Logistikprozesse enorm.

5. Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit

Sowohl in der Intralogistik wie im internationalen Handel müssen die einzelnen Verkehrsträger auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft werden. Alle logistischen Elemente, begonnen bei der Fertigung über die Kommissionierung bis zum Transport müssen auch unter Bezug auf deren Nachhaltigkeit betrachtet werden.

Im Gespräch mit unserer Redaktion sprach Professor Horst Wildemann vom Forschungsinstitut Unternehmensführung, Logistik und Produktion an der TU München über Megatrends und ihre Auswirkungen auf die Logistik. Lesen Sie das ganze Interview!

[Translate to German:] Horst Wildemann

Univ.-Prof. Dr. Dr. habil. Dr. h.c. Horst Wildemann (*1942) gilt Ende des 20. Jahrhunderts als der Experte japanischer und amerikanischer Logistik-und Produktionssysteme. Einer seiner größten Verdienste war die Pionierarbeit im deutschsprachigen Raum für die Anwendung der Just-in-Time-Produktion und -Logistik. Er hat diese aus Japan kommende Philosophie an europäische Verhältnisse angepasst, in den deutschen Autokonzernen „eingeführt“ und weiterentwickelt. Damit gilt er als der Vater des deutschen Just-in-Time-Konzeptes und einer der profundesten Kenner der deutschen und internationalen Automobilindustrie. Für diese Leistung wurde er 2004 in die Logistics Hall of Fame aufgenommen.

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