Immer mehr Betreiber von modernen Warenverteilzentren setzen auf die Automatisierung ihres Materialflusses. Zentrales Element dieser Strategie bilden leistungsstarke Fliesslager, mit denen bis zu 200 Paletten pro Stunde ausgelagert werden können.  

Vor allem die Getränke- und Lebensmittelbranche kennt diese Aufgabenstellung: Ein hohes Volumen an palettierten Gütern muss schnell einlagert, intelligent gepuffert und rasch auslagert werden - und zwar wirtschaftlich, sicher und mit der nötigen Flexibilität bei saisonalen Leistungsspitzen. Hier spielen moderne Fliesslager ihre Vorteile bei Geschwindigkeit, Kapazität, Verfügbarkeit und Arbeitssicherheit aus – und das bei günstigen Betriebskosten. So werden heute von führenden Unternehmen der Getränkeindustrie leistungsstarke Fliesslager-Lösungen von Interroll betrieben, die eine Auslagerung von 200 Paletten pro Stunde ermöglichen. Bei anderen Kunden sorgen Fliesslager dafür, dass rund 5.000 Palettenstellplätze in nur zwei bis vier Tagen komplett umgeschlagen werden können.  

Geeignet für unterschiedlichste Automatisierungskonzepte

Fliesslager von Interroll lassen sich als FIFO- (First In – First Out) oder als LIFO-Systeme (Last In – First Out) aufbauen und eignen sich zum Einsatz mit den unterschiedlichsten Automatisierungskonzepten, etwa mit fahrerlosen Transportfahrzeugen, Regalbediengeräten, Verschiebewegen oder Elektrohängebahnen. Als Herzstück einer dynamischen Pufferung und Tourenbereitstellung passt sich ein Fliesslager flexibel den unterschiedlichsten Automatisierungstechniken an. Aus diesem Grund können selbst bestehende manuelle Fliesslagersysteme von Interroll ohne größeren Aufwand in neue halb- oder vollautomatisierte Materialflusslösungen integriert werden.  

Unser automatisiertes Fliesslager bewältigt höchste Durchsatzvolumina, reduziert den Einsatz von Gabelstaplern auf das nötige Minimum und sorgt für Schnelligkeit beim Umschlag. Von der Abfüllung einer Flasche bis zu ihrer Auslagerung per Palette in den Eisenbahnwaggon vergehen rechnerisch gerade einmal zwölf Minuten, 

so Pascal Collaud, Logistikleiter der Pearlwater Mineralquellen AG in Termen/Schweiz. Über 100 namhafte Anwender weltweit setzen mittlerweile auf entsprechende Lösungen, unter anderem EuroSpin und Jaguar Land Rover.  

Fliesslager beruhen auf dem Prinzip der schiefen Ebene: Paletten oder Pakete werden in Durchlaufkanälen gelagert, die sich aus einer Reihe hintereinander angeordneter Rollenbahnmodule zusammensetzen. Da diese um 4 Prozent geneigt montiert sind, bewegen sich Güter unter Ausnutzung der Schwerkraft selbsttätig vom Eingabe- zum Entnahmeort. Im Gegensatz zu Radio-Shuttle-Lösungen ist ein Anheben und Umsetzen der Paletten mittels geeigneter Transporteinheiten also überflüssig. So werden Energiekosten, eine störanfällige Komplexität und zusätzliche Arbeitsprozesse vermieden.  

Kompakt, effizient und leistungsstark

Die entsprechenden Einsparungen sind umso größer, je höher die Zahl der Stellplätze und die Umschlaggeschwindigkeit sind. Eine wichtige Rolle spielen dabei die deutlich kürzeren Transportwege. Diese resultieren zu einem nicht unerheblichen Teil aus der besonders kompakten Bauweise der Fliesslagersysteme – gegenüber konventionellen Lösungen ist der Platzbedarf um bis zu 50 Prozent geringer.  

Zudem sind die von Transportfahrzeugen wie Gabelstaplern im Lager zurückzulegenden Wege im Vergleich zu klassischen Palettenlager um bis zu 80 Prozent kürzer. Neben einer schnelleren Warenabfertigung geraten diese Systeme in auftrags- oder saisonbedingten Spitzenzeiten auch nicht so schnell an systembedingte Leistungsgrenzen – etwa, wenn sich eine größere Zahl von Gabelstaplern auf den Verkehrsflächen gegenseitig behindern. Durch die geringere Verkehrsdichte im Lager sinkt zugleich die Gefahr von Arbeitsunfällen und Beschädigungen der Ware.  

Interroll stattet die Kanäle mit einem sogenannten Sicherheitsseparator aus, der dafür sorgt, dass nach der Entnahme einer Palette die nächste immer erst nach einer gewissen Zeitverzögerung zur Entnahmeposition nachrückt.
Interroll stattet die Kanäle mit einem sogenannten Sicherheitsseparator aus, der dafür sorgt, dass nach der Entnahme einer Palette die nächste immer erst nach einer gewissen Zeitverzögerung zur Entnahmeposition nachrückt.

Maximale Sicherheit und störungsfreier Betrieb

Auch bei der Konstruktion der Fliesslager-Kanäle selbst wurde auf maximale Sicherheit und einen störungsfreien Betrieb Wert gelegt. Interroll stattet die Kanäle mit einem sogenannten Sicherheitsseparator aus, der dafür sorgt, dass nach der Entnahme einer Palette die nächste immer erst nach einer gewissen Zeitverzögerung zur Entnahmeposition nachrückt. Der Sicherheitsseparator bewältigt alle üblichen Palettengewichte und -grössen (60 bis 1.250 Kilo; 600 bis 1.200 Millimeter Tiefe). Magnetisch arbeitende Geschwindigkeitsregler begrenzen zudem die Bewegung der Paletten im Fliesskanal auf maximal 0,3 Meter pro Sekunde. Sowohl Sicherheitsseparatoren als auch die Magnetic Speed Controller benötigen keine Stromversorgung und arbeiten viele Jahre wartungsfrei.  

Studien bestätigen Kostenvorteile

Werden Faktoren wie Raumbedarf, Personalaufwand und die Zahl der benötigten Flurförderfahrzeuge berücksichtigt, ergeben sich für Fliesslager sehr günstige Kosten pro Stellplatz und Monat. Entsprechende Investitionen haben sich meist nach weniger als zwei Jahren ausgezahlt, was auch wissenschaftliche Studien bereits mehrfach bestätigt haben.  

Mit Fliesslagern dauerhaft Kosten senken

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