In multidisziplinären Teams lassen sich erstaunliche kreative Prozesse in Gang setzen: Mit Design Thinking, der wegweisenden Methode zur Innovationsentwicklung.

Wie das geht? Im Grunde ist der Ansatz sehr einfach und entwaffnend plausibel: Wenn es um neue Ideen geht, sollte man die Suche aus der Perspektive derer beginnen, für die das Ergebnis künftig Nutzen bringen soll. Es geht also um eine kunden- bzw. konsumentenorientierte Sichtweise bei der Entwicklung künftiger Produkte und Lösungen.

Kundenorientierung für bessere Produkte

Doch gerade das ist das Besondere. Jeder kennt unzählige Produkte, bei denen man sich fragt, für wen sie eigentlich entwickelt wurden. Multifunktionalität, die keiner braucht, Bedienungsanleitungen mit dem Umfang eines Lexikons, TV-Fernbedienungen, die einen zur Verzweiflung treiben, Angstschweiss auf die Stirn zaubern, obwohl man doch nur die Nachrichten sehen wollte … Doch es sind nicht nur handfeste Produkte, sondern ebenso bürokratische Routinen und prozessorientierte Abläufe, die offensichtlich komplett am Nutzer vorbeientwickelt werden.

Damit kann Schluss sein. Zumindest nach den Vorstellungen der Erfinder des sogenannten Design Thinking. Dabei ist vorab zu beachten, dass sich der Designbegriff im deutschen Sprachgebrauch auf die Gestaltung von Dingen und Produkten unter künstlerischen, formalen oder gebrauchstechnischen Aspekten beschränkt. Anders als im Englischen, dort bezeichnet „design" heute den umfassenden Prozess des bewussten, absichtsvollen und planmassigen Gestaltens von Objekten, Systemen oder Strukturen. In der Design-Thinking- Methodik erweitert sich der Kreativprozess um eine Engineering-Komponente, man konnte „Design Thinking" also etwa mit „erfinderischem Denken" übersetzen.

Die Kernelemente des Design Thinking

Design Thinking ist eine systematische Innovationsmethode, die in allen Lebensbereichen angewendet werden kann. Sie gibt bestimmte Verfahrensschritte vor, die sich in der Praxis als zweckmassig erwiesen haben, und unter bestimmten Bedingungen, hier spielt die Multidisziplinarität der Teams eine zentrale Rolle, ihr Erfolgsspektrum entfalten können.

Der Design-Thinking-Prozess in sechs Phasen

Der „Design Thinking"-Prozess der d.school Stanford (Institute of Design Stanford) verläuft durch sechs jeweils iterative Phasen, also sich wiederholende Feedbackschleifen:

  • Phase 1: Zunächst wird versucht, etwas grundsätzlich zu verstehen, die Ausgangslage wird genau analysiert.
  • Phase 2: In der zweiten Phase ist Empathie sehr wichtig: Hier wird sorgfältig beobachtet und es werden auch Leute befragt, die vom entsprechenden Problem betroffen sind.
  • Phase 3: Die dritte Phase umfasst das Definieren und Einnehmen verschiedener Perspektiven.
  • Phase 4: Danach werden neue Ideen gesucht…
  • Phase 5: …und daraus möglichst bald Prototypen erstellt. Diese müssen nicht schon komplex oder formvollendet sein.
  • Phase 6: Es geht lediglich darum, damit möglichst schnell auch die sechste Phase einzuleiten: nämlich die Prototypen zu testen und dann zu verfeinern.

Wichtig ist, dass stets mit Prototypen gearbeitet wird. Eine kleine Bastelarbeit für ein neues Produkt reicht. Für Dienstleistungen fallt „prototyping" natürlich nicht bildlichaus, sollte aber trotzdem irgendwie greifbar dargestellt werden, z. B. mithilfe eines Rollenspiels. Ziel ist es, anhand eines unausgereiften Objekts die Stärken und Schwächen einer Idee zusammenzutragen. Um dann bei der Verfeinerung einen weiter ausgereiften Prototyp zu schaffen und diesen wieder auf Herz und Nieren zu prüfen.

Harte Arbeit für brillante Ideen

Der Mythos, dass geniale kreative Ideen einfach so und voll ausgereift aus brillanten Köpfen herausploppen, hält sich hartnäckig. Doch in der Regel sind sie das Resultat harter Arbeit, gefolgt von iterativen Prozessen – eben von „prototyping", Tests und weiterer Verbesserung.

Kreativität ist kein natürliches Talent, sie ist wie ein Muskel, den man trainieren muss.

Tom und David Kelley, Gründer IDEO, Design- und Innovationsberatung. 

Die Bedeutung von Schönheit und von emotionalen Aspekten nimmt zu. Je mehr unsere Grundbedürfnisse befriedigt sind, umso mehr suchen wir nach Produkten undDienstleistungen, die uns auch auf der Gefühlsebene ansprechen. „Design Thinking" ist ein Werkzeug, mit dem man sich die Erfahrungen, die Kundinnen und Kunden machen wollen, vorausschauend vorstellen kann.

Die Entwicklung der Interroll Förderer-Plattform erfolgte vor allem unter Berücksichtigung von Kunden und Nutzeranforderungen. Ziel war es z. B., die Konfiguration und Montage so einfach wie möglich zu gestalten. Zahlreiche Prototypen wurden dazu unter anderem im hauseigenen 3D-Drucker erstellt und immer wieder getestet und verfeinert. Bereits 2008 hat Interroll eine eigene Guideline für das Produktdesign eingeführt. Die laufende Verbesserung auf der Grundlage der Nutzererfahrungen ist ein fester Bestandteil des Interroll Designs.

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