Die RollerDrive wird häufig für staudruckloses Fördern eingesetzt.
Das Prinzip der staudrucklosen Förderung (ZPA - Zero Pressure Accumulation) basiert auf der Einteilung des Förderers in Zonen. Dabei wird die Zonenlänge von der
Länge des zu fördernden Gebindes plus dessen Nachlauf bestimmt. Eine Zone besteht im Wesentlichen aus einer RollerDrive, einem Sensor, Idlern (Förderrollen ohne
eigenen Antrieb), Übertriebsriemen und einer Steuerung.
Der typische ZPA-Förderer besteht aus einer Vielzahl solcher Zonen, die mittels der ZoneControls untereinander kommunizieren und dafür sorgen, dass nur eine minimale
Anzahl RollerDrives in Betrieb sind, nämlich genau so viele, wie notwendig sind, um dass Fördergut zu transportieren.
Damit unterscheidet sich das Zonenprinzip deutlich von konventionell angetriebenen Förderern, bei denen der zentrale Antrieb permanent läuft und somit einen erheblichen
Energieverbrauch verursacht. Das ZPA-Prinzip gewährleistet eine hohe Verfügbarkeit von Fördergütern an der Entnahmestelle. Es wird meistens dort eingesetzt, wo
die Aufgabefrequenz asynchron zur Abnahmefrequenz des Fördergutes auf den Förderern ist. Damit dient das ZPA-Prinzip als Puffer.

1 Start-Lichtschranke (optional)
2 Verbindung RollerDrive
3 Verbindung Lichtschranke
4 Kommunikationskabel (Easy-Bus)
5 24 V-Power-Bus
Die folgenden Abbildungen zeigen zwei Beispiele für Zonensteuerung.
Im Einzelabzug-Modus kommuniziert eine Steuerplatine mit einer vorgeschalteten und einer nachgeschalteten Zone.

1 Zone 1 erhält ein Start-Signal.
2 Behälter A verlässt den Rollenbahnabschnitt.
3 Zone 2 erhält ein Start-Signal von Zone 1, Behälter B rückt auf Zone 1 vor.
4 Zone 3 erhält ein Start-Signal von Zone 2, Behälter C rückt auf Zone 2 vor.
5 Zone 4 erhält ein Start-Signal von Zone 3, Behälter D rückt auf Zone 3 vor.
Im Blockabzug-Modus kann eine Steuerplatine ein Start-/Stau-Signal von der am weitesten entfernten nachgeschalteten Zone erhalten und gibt dann ein Start-/Stau-Signal an
die am weitesten entfernte vorgeschaltete Zone. Im folgenden Beispiel befindet sich Zone 1 im Einzelabzug-Modus.

1 Zone 1 erhält ein Start-Signal.
2 Behälter A verlässt den Rollenbahnabschnitt.
3 Zone 1 gibt ein Start-Signal an die vorgeschalteten Zonen 2, 3 und 4. Behälter B, C und D rücken nach vorne.
4 Zone 1 erhält ein Start-Signal und Behälter B verlässt den Rollenbahnabschnitt.
5 Zone 1 gibt ein Start-Signal an die vorgeschalteten Zonen 2, 3 und 4. Behälter C und D rücken nach vorne.
RollerDrive BT100
Mit einer Dauerabgabeleistung von 11 W stellt die BT100 den Einstieg in die RollerDrive Serie dar. Sie eignet sich für Förderanwendungen mit geringem Durchsatz. Aufgrund
der unkomplizierten Ansteuerung ist eine Integration in verschiedenste Konzepte problemlos möglich.
Es wird kein spezieller Controller mit Strombegrenzung benötigt. Bei einer Betriebsdauer von 6000 Stunden können bei durchschnittlicher Zonenlänge bis zu 14
Millionen Transportgüter bewegt werden. Mit einem Geräuschniveau von 47 dB(A) ist die BT100 die leiseste RollerDrive. Dies wird durch ein- und zweistufige,
schrägverzahnte Polymergetriebe und einer Entkoppelung erreicht.
Die RollerDrive BT100 wird vielfach für Leerbehälterrückführungen, Staustrecken, Pufferstrecken und Zuführungen für die Kommissionierung eingesetzt.
Ebenso werden viele IP66-Anwendungen realisiert. Durch das sehr niedrige Geräuschniveau eignet sich die BT100 besonders für Anwendungen im Montagebereich, in denen die
automatisierte Fördertechnik die einzige bewegte Mechanik ist.
In Verbindung mit der 4-Zonen-Stausteuerung Z-Card BT stellt die BT100 eine besonders kostengünstige und elegante Lösung dar.
RollerDrive EC310
Die RollerDrive EC310 ist die beste Wahl für ein sehr breites Spektrum von Applikationen. Das Produktportfolio wurde bewusst im elektronisch kommutierten Bereich deutlich
gestrafft, um ein Produkt und eine Ansteuerungsfamilie für praktisch alle Anwendungen zu bieten. Mit einer mechanischen Leistung von 32 Watt und 9 verschiedenen
Getriebestufen ist eine optimale Abstimmung des Antriebes an die Applikation möglich.
Energierückspeisung ist der Schlüssel zur Optimierung des Motors. Geht die EC310 in den Bremsmodus über, das bedeutet, dass kein Fahrsignal mehr am Antrieb anliegt,
so wird die Bewegungsenergie des Fördergutes in elektrischen Strom umgewandelt. Dieser wird dann in das DC-Netz zurückgeführt und steht anderen RollerDrives und
Verbrauchern wieder zur Verfügung. Bei allen bisherigen RollerDrive Modellen wird die Motorwicklung als Bremswiderstand genutzt und somit die Bewegungsenergie des
Fördergutes rein in Wärme im Motor umgewandelt. Dies hat zur Folge, dass die thermische Bilanz eines solchen Antriebes durch die Bremsleistung zusätzlich belastet
wird. Mit der EC310 ist es gelungen, diese Energie aus dem Antrieb herauszuführen und wieder nutzbar zu machen. Dabei stellt sich unter besten Voraussetzungen im zyklischen
Betrieb eine Energieersparnis von ca. 30% ein.
Im gleichen Zuge erhitzt sich der Antrieb wesentlich weniger. Ebenso ist die Brems- und Beschleunigungsleistung der RollerDrive EC310 anderen 24 V-Antrieben deutlich
überlegen. Um zu vermeiden, dass sich schädlich hohe Spannungen im DC-Netz aufbauen und damit eventuell andere angeschlossene Komponenten beschädigt werden
können, enthalten alle Interroll Steuerungen (DriveControl 20, DriveControl 54 und ZoneControl) Brems-Chopper. Der Brems-Chopper ist ein spannungsgeschalteter Lastwiderstand,
der bei Überschreiten einer DC-Busspannung von 27 V aktiviert wird und ein weiteres Ansteigen der Spannung über 30 V verhindert. In den meisten Applikationen wird der
Chopper jedoch nicht aktiv werden, da sich mehrere Verbraucher an einem Netzteil befinden und somit die zurückgespiesene Energie Aufnahme findet und nicht zu einem
Spannungsanstieg des DC-Netzes führt.
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