Festantrieb
Der Festantrieb ist durch eine form- und kraftschlüssige Verbindung zwischen Antriebskopf und Tragrohr gekennzeichnet. Es findet keine Friktion statt, das Drehmoment des
Antriebs wird vollständig übertragen. Ein Rutschen innerhalb des Antriebsstrangs ist nicht vorgesehen.
Friktionsantrieb
Der Friktionsantrieb basiert auf dem Prinzip der Rutschkupplung. Er bietet die Möglichkeit, sehr kostengünstig einen Stauförderer mit geringem Staudruck zu
realisieren.
Dabei erfordert die Konstruktion relativ wenige Antriebe, die Segmentierung kann über mechanische Stopper erfolgen. Der Rollenboden der Serie 3800 ist als
lebensdauergeschmierte Rutschkupplung ausgelegt und garantiert damit eine konstante Mitnahmekraft der Förderrolle. Der tangentiale Kettenantrieb hat sich als besonders
ökonomisch beim Einsatz in Friktionsförderern erwiesen. Ein zentraler Antrieb treibt eine lange Kette unterhalb des Förderers an, so dass alle Förderrollen
mitlaufen.
Kommt es zu einem Stau, bleiben die Förderrollen unter dem Transportgut stehen, lediglich die Antriebsköpfe drehen weiter. Es ist zu beachten, dass sich der Staudruck
linear mit der Länge der aufgestauten Transportgüter aufaddiert. Somit müssen die Behälter in der Lage sein, den Staudruck ohne Deformation aufzunehmen. Ebenso
sollte die Formgebung ein Aushebeln der Behälter aufgrund von steigendem Staudruck verhindern. Der Friktionsantrieb ist für gerade Förderstrecken und für
Kurven verfügbar.

Mitnahmekraft des Friktionsantriebs
Die von der Friktionsrolle über Reibung produzierte Mitnahmekraft reguliert sich relativ zum Transportgutgewicht. Die Mitnahmekraft ist stark von folgenden Faktoren
abhängig:
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Gewicht des Transportguts
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Bodenbeschaffenheit des Transportguts
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Feuchtigkeit
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Temperatur
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Anteil des Staubetriebs an der Gesamtlaufzeit
Diese Faktoren haben zum Teil erheblichen Einfluss auf Funktion und Lebensdauer der Förderrolle. Der Staubetrieb sollte nur so lange wie nötig genutzt werden. Wenn
absehbar ist, dass kein Transport erfolgen wird, sollte der zentrale Antrieb abgeschaltet werden. Es wird keine Energie verbraucht, und die Lebensdauer der Förderanlage
erhöht sich. Die individuelle Anwendung sollte mit Experten von Interroll besprochen werden, ebenso empfiehlt sich ein Funktionstest mit Orginaltransportgütern.
Die nachstehend angegebenen Mitnahmewerte sind unverbindlich, sie beziehen sich auf Normalklima (65 % relative Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur von +20 °C) und auf
Transportgut, das mittig auf den Förderrollen steht. Die Werte ändern sich deutlich bei nicht mittigem Lastschwerpunkt. Sie sinken mit zunehmender Entfernung des
Lastschwerpunktes vom Antriebselement. Optimal sind ebene, stabile Transportgutböden, so dass jede Förderrolle gleichmäßig trägt.
Aufgrund der Rollenbelastung ergibt sich folgende Mitnahmekraft:
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4 bis 6 % bei einseitiger Friktionskupplung und Ø Förderrolle 50 mm
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2 bis 5 % bei einseitiger Friktionskupplung und Ø Förderrolle 60 mm
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8 bis 13 % bei beidseitiger Friktionskupplung und Ø Förderrolle 50 oder 60 mm
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4 bis 6 % lastabhängige Mitnahme, nachstellbar bis ca. 12 % der Rollenbelastung durch zusätzlich axial einstellbare Friktionskupplung
Die zulässige Fördergeschwindigkeit beträgt 0,5 m/s. Spurkränze wie auch sonstige Seitenführungen sind bei Friktionsrollen nicht empfehlenswert, die
entstehende Haftreibung kann ggf. von der Mitnahmekraft der Friktionskupplung nicht überwunden werden. Ein Aufstauen in Kurven mit Friktionsrollen sollte immer vermieden
werden. Soll in Kurven aufgestaut werden, ist das nur mit staudrucklosen Systemen wie z. B. RollerDrives möglich.
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